Augsburger DultAchtung: Diese Version des Artikels war noch nicht in der brauchwiki-Redaktion. Es gibt jedoch bereits eine ältere geprüfte Version.
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Termin
Dieser Brauch ist vom Samstag, 2. Oktober 2010 bis zum Sonntag, 10. Oktober 2010.
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Details/Wechseln
Verbreitungsgebiet
Zoom mit MausradZweimal im Jahr kann man in der schwäbsichen Hauptstadt die Augsburger Dult besuchen. Die Frühjahrsdult (Osterdult) und die Michaeli-Dult (Herbstdult) laden zum Schlendern, Schauen und Kaufen ein. Eine längere Einkaufstraße gibt es in Augsburg nicht.
Ablauf
Während der Augsburger Dult wird die Vogelmauer rechts der Jakoberstraße zur längsten Einkaufsmeile Augsburgs. An Ostern und nach dem Michaelitag (29. September) finden sich dort eine Vielzahl unterschiedlichster Händler mit ihren Ständen und Buden ein. Das Augsburger Marktamt überwacht die angebotenen Waren und prüft sie. Eine Ausgewogenheit zwischen Tradition und Moderne ist das Ziel. Die üblichen Haushaltsartikel, Hosenträger, Stofftaschentücher und Kunstwerke konkurrieren mit einem reichhaltigen Essensangebot. Dazu gehören auch Riesenbosna oder Steckerlfisch, Zuckerwatte und gebrannte Mandeln. Das Angebot ist unglaublich vielfältig.
Die Dult hat seit vielen Jahren nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Jedes halbe Jahr strömen ca. 200.000 Besucher durch die enge Straße. Das Flair, das die mittelalterliche Stadtmauer der Strecke zwischen Jakobertor und Vogeltor verleiht, macht das Schlendern über den Markt zu einem Erlebnis, das vor allem Familien anzieht. Die Marktschreier und Budenbesitzer sprechen die Interessierten oft persönlich an und liefern eine echte Show, die viele zum langen Verharren vor den Buden verleitet. Die Öffnungszeiten sind traditionell von 10.00 bis 18.00 Uhr. Manchmal aber verlängern die Budenbesitzer eigenständig um eine Stunde, wenn der Andrang entsprechend groß ist.
Hintergrund-Infos
Geschichte der Augsburger Dult
Die ersten Aufzeichnungen über ein Dult in Augsburg stammt aus dem Jahr 967. Hier wird eine Herbstdult erwähnt. Definitiv wurden nach einem Dokument im Augsburger Stadtarchiv 1276 erstmals der "Ostermarkt" und die "Sankt Michels Messe" verzeichnet. Früher war die Dult in der Maximilianstraße angesiedelt. Im Laufe der Jahre waren aber auch in verschiedenen Seitengassen Stände und Buden zu finden. Nicht nur Waren und Lebensmittel wurden an den Mann gebracht, sondern auch die ersten Karussells und Fahrgeschäfte fanden ihren Platz. Verschiedene Kleinkunstbühnen, Schaustellerbuden und Kabarettbuden komplettierten das Angebot, ehe man 1878 neue Regelungen fand. Die lauten Belustigungsangebote wurden von den reinen Verkaufsständen getrennt. Aufgrund der hohen Lärmbelästigung mussten die Fahrgeschäfte, Schießbuden usw. auf den Kleinen Exerzierplatz weichen, das große Volksfest, der Augsburger Plärrer, entstand. Es findet heute ebenfalls zweimal im Jahr statt.
Die beiden Märkte wurden 1885 an ihren jetzigen Veranstaltungsort, die Jakobervorstadt, verlegt. Die Straßenbahnen hatten keine Möglichkeit mehr, zwischen den Menschenmassen und Ständen hindurch zu kommen.
Der Name Dult
Der Name "Dult", im Althochdeutschen "tult", leitet sich vom lateinischen Wort "indultum" ab. Das bedeutete in kirchlichem Sinne "Ablass" (Sündennachlass). Besonders an den Tagen, die mit großen Ablassversprechen versehen waren, fanden in der nähe der Kirchen Märkte statt, an denen Pilger verköstigt und Waren angeboten wurden. So kam es, dass man mit "Dult" früher einzig und allein ein "Kirchenfest" meinte. Allmählich wurde die Bezeichnung dann aber auch für andere Märkte und Feste gebräuchlich und "Dult" wurde gleichbedeutend mit "Jahrmarkt" verwendet. In Süddeutschland ist der Begriff in diesem Sinne bis heute sehr geläufig. In München und darum herum kennt man z.B. die Josefi-Dult, Martini-Dult, Herbstdult, Auer Dult usw.
Weblinks
http://www.augsburger-dult.com/
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