HochzeitskerzeMach mit: wer, was, wann, wo, wieso genau? Dieser Artikel ist noch sehr unklar. Überarbeitungen sind willkommen!
Bräuche > Lebenszyklus > HeiratDie Hochzeitskerze als Symbol der Liebe war bereits im Mittelalter fester Bestandteil kirchlicher Trauungszeremonien. Sie sollte die Gebete für das Brautpaar hoch in den Himmel tragen.
Ablauf
Die Hochzeitskerze ist meistens weiß und hat charakteristische Verzierungen. Neben christlichen Symbolen wie einem Kreuz, trägt eine typische Hochzeitskerze zwei goldene Ringe, die die Zusammengehörigkeit des Brautpaares symbolisieren. Ebenso stehen auf der Kerze meist die Vornamen des Brautpaares und der Tag ihrer Trauung. Ein weiteres gängiges Motiv ist ein weißes Taubenpaar. Aufgrund von originellen Geschenkideen gibt es allerdings auch sehr individuell gestaltete Hochzeitskerzen. Zusätzlich werden vielleicht kurze Sprüche mit Wachs darauf geschrieben, zum Beispiel: "Jeder sieht ein Stückchen Welt, gemeinsam sehen WIR die ganze." oder "Wo zwei Herzen sich verbinden, die die Welt nicht trennen kann, weil sie beide gleich empfinden, stimmt der Himmel Lieder an."
Die Kerze wird zur kirchlichen Hochzeit meist von einem Kind oder einem Trauzeugen in die Kirche hinein getragen. Während der Trauung wird die Kerze auf dem Altar entzündet. Mit einer kurzen Ansprache des Geistlichen oder auch einem Gedicht, das einer der Hochzeitsgäste vorträgt, wird darum gebeten, dass ihr Licht dem Brautpaar für die gemeinsame Zukunft Segen bringt.
Heiratet ein Paar "nur" standesamtlich, kann trotzdem eine Hochzeitskerze dabei sein. Eventuell bringt ein Hochzeitsgast sie als Geschenk mit und überreicht sie dem Paar mit entssprechenden Worten zu ihrem Gebrauch.
Ob das Paar die Kerze, wie unten in den Gedichten anklingt nutzt, ist ihm selbst überlassen. Oft wird die Hochzeitskerze jahrelang aufbewahrt. Eventuell alljährlich am Hochzeitstag entzündet erinnert sie über Jahre hinweg immer wieder an diesen Tag. Für die Feier der Silbernen und Goldenen Hochzeit nach 25 bzw. 50 Jahren Ehe gibt es dann neue, dem Anlass entsprechend geschmückte Kerzen.
Hintergrund-Infos
Kerzengedichte
Für die kirchliche Trauung
Die Hochzeitskerze spricht:
Ich habe es gesehen, meine kleine Flamme war dabei als ihr die Hände ineinander gelegt und euer Herz verschenkt habt.
(alternativ: Ich werde es sehen, meine kleine Flamme ist dabei, wenn ihr die Hände ineinander legt und euer Herz verschenkt.)
Ich bin mehr als bloß eine Kerze, ich bin ein stummer Zeuge im Hause eurer Liebe und wohne weiterhin bei euch.
An Tagen, da die Sonne scheint, braucht ihr mich nicht anzuzünden. Aber wenn ihr vor Freude außer euch seid, oder ein anderer schöner Stern am Horizont eures Lebens erscheint, dann zündet mich an.
Z'ündet mich an, wenn es dunkel wird, wenn in eurer Liebe Sturm einbricht, wenn der erste Streit da ist, wenn ihr lautlos unter etwas leidet, dann zündet mich an.
Zündet mich an, wenn der erste Schritt getan werden muss, und ihr wisst nicht wie, wenn eine Aussprache notwendig ist, aber ihr findet keine Worte, wenn ihr euch umarmen möchtet, aber die Hände sind wie gelähmt, dann zündet mich an.
Mein kleines Licht ist für euch ein deutliches Zeichen. Es spricht seine eigene Sprache, die jeder versteht.
Ich bin eure Hochzeitskerze. Ich hab euch beide gern.
Lasst mich brennen, solange es nötig ist, bis ihr mich Wange an Wange ausblasen könnt.
Dann sage ich dankbar: Bis zum nächsten Mal.'
Für die Hochzeitsfeier nach der Trauung
Ich wende mich an das Brautpaar heute, an die zwei verliebten Leute,
und will einen Rat Euch geben, wie das nun einmal so ist im Leben.
Habt Ihr im Leben einmal Streit, so haltet diese zwei Kerzen bereit,
denn sie können Euch wieder die Liebe geben, wie das nun einmal so ist im Leben.
Wer von Euch einen Streit entfacht, den anderen einmal traurig macht,
der zünd die erste Kerze an, denn sie sagt verzeih und warte dann.
Die Flamme soll brennen wie ein Fanal, soll rufen 'Ich liebe Dich, verdammt noch mal',
und ob Du Frau bist oder Mann, geh hin und zünd' die andere an.
Und wenn dann beide Kerzen brennen, die Trauer- sich ändern in Freudentränen,
seit Ihr der Liebe wiedergegeben, wie das nun einmal so ist im Leben.
Ich wünsche Euch Ihr braucht nie die Kerzen verwenden, und möge nie Eure Liebe enden,
darauf will ich mein Glas erheben, wie das nun einmal so ist im Leben.
Hintergrund-Infos
Siehe auch
Literatur
- Schlegel, Siegfried: Alte Sitten - neue Bräuche. Ein landeskundliches Lese- und Übungsbuch für Ausländer. Leipzig 1988.
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