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Kärwa-Ausgraben
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Bräuche > Bayern > Mittelfranken
Bräuche > Jahreslauf > Sommer
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Das Kärwa-Ausgraben ("Kärwa-Ausgroom") geht der Kirchweih_in_Bürglein voraus, allerdings nicht in jedem Jahr. Es geht dabei darum, ein Fass mit Bier zu finden, dass irgendwo im Dorf vergraben ist. Es findet an einem beliebigen Tag in der Woche vor dem Kirchweihsonntag statt, meist am Mittwoch.

Ablauf

Ein Vermessungstrupp mit Messlatte, Peilgerät und Ortsplan, ein Brautpaar, ein Baby, ein Tanzbär und ein Teufel ziehen durchs Dorf, um die "Kärwa" auszugraben. Dieser Zug, der hauptsächlich aus Kärwaburschen besteht, sucht nach einem Bierfass, muss aber traditionsgemäß erst ein leeres und dann ein mit Wasser gefülltes Fass finden, bevor der ersehnte Gerstensaft sprudelt. Bei diesem Umzug geht es lustig zu, denn das ganze Dorf begleitet den Trupp auf seiner Mission. Ist das Fass gefunden, wird es angestochen und die Kärwa kann beginnen.


 

Hintergrund-Infos

Geschichte

Das Kärwa-Ausgraben, heißt es in Bürglein, geht vermutlich auf den Dreißigjährigen Krieg zurück, als alle Wertsachen und Schätze zum Schutz vor Feinden vergraben wurden. Im Sommer war es dem Pfarrer möglich, alle Dörfer zu besuchen, und so wurden an der Kärwa alle heiratswilligen Paare getraut und alle neugeborenen Kinder getauft. Um die Kärwa bezahlen zu können, mussten also die Schätze der Einwohner wieder ausgegraben werden. Auf einer Karte waren alle möglichen Verstecke eingezeichnet, da die Bewohner inzwischen selbst nicht mehr so genau wussten, wo die Schätze vergraben waren.

Die Kärwa wurde in Bürglein zum ersten Mal 1949 ausgegraben. Nach 1951 geriet dieser Brauch in Vergessenheit. 1992 fand das Ausgraben wieder statt und wird seitdem alle vier Jahre durchgeführt.

Gewährspersonen

  • 01.08.07, langjähriger Kärwabursche (27)
  • 31.08.07, Veranstalter der Bilderausstellung "Bürgleiner Dorfgeschichte" (75)

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Diese Seite wurde zuletzt am 26. April 2009 um 09:28 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 1.605-mal abgerufen (to Cache).
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