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Michaelis-Kirchweih in Fürth
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Was den Münchnern ihr Oktoberfest ist, ist den Fürthern ihre Kärwa. In einem Informationsheft der Stadt Fürth aus dem Jahr 1972 bezeichnen die Autoren die Michaelis-Kirchweih in Fürth als "Königin aller Kirchweihen".

Termin

Dieser Brauch ist vom Samstag, 1. Oktober 2011 bis zum Mittwoch, 12. Oktober 2011.

Ablauf

Die Fürther Kärwa ist kein banales Volksfest, sondern Markt, Handelsplatz, Treffpunkt, Feierstätte und Kommunikationsplattform. Zum einen Michaelimarkt, wie er früher landauf landab statt gefunden hat, zum anderen Volksfest.

Am "Bauernsonntag", dem kirchlichen Erntedanksonntag, findet der Erntedankfestzug statt und markiert den Höhepunkt der Fürther Kirchweih.

Die Michaeliskirchweih ist ein Fest für die ganze Familie. Viele Fürther haben ihren ganz eigenen Kirchweihkalender verinnerlicht. Nicht an ein kalendarisches Datum sind Ereignisse und Erinnerungen geknüpft, sondern es heißt "bei der Kärwa 2000 habe ich meinen Lebensgefährten kennen gelernt...".

Hintergrund-Infos

Termin und Kirchenpatronat

Die Kärwa beginnt am 29. September - wenn das ein Samstag ist - sonst am ersten Samstag nach dem 29. September, weil die Michaeliskirche in Rom an einem 29. September eingeweiht wurde. Die Fürther Hauptkirche ist ebenfalls dem Hl. Michael geweiht und die Fürther Michaeliskirchweih fand höchstwahrscheinlich im 11./12. Jahrhundert zum ersten Mal statt.

Michaeli im Bauernjahr

Michaeli war im Bauernjahr ein wichtiger Lostag, der den Wechsel vom Sommer auf den Herbst markierte. "St. Michael zündt's Liacht an" lautet eine Bauernregel, was heißen mag, dass die Tage kürzer und die Nächte länger werden. Verbunden damit ist die Hinwendung zu den Arbeiten im Haus.

"Bauernsonntag"

Der Festzug hat seinen Ursprung in den Jahren 1815 bis 1817. Andauernde Missernten führten immer wieder zu Hungersnöten. Hinzu kam, dass 1815 Naturkatastrophen und marodierende Truppen aus den Kriegen gegen Napoleon der Region um Fürth hart zusetzten. 1816 dauerte die Frostperiode bis weit ins Frühjahr hinein und lange, schwere Gewitter mit Hagelschauern verdarben die Frucht auf den Feldern. So konnte kaum etwas wachsen und reifen, und ab November wurde es wieder sehr kalt. Die Bauern ernteten sehr wenig Essbares, Hunger und Seuchen breiteten sich in Mittelfranken aus.

Endlich dann im Sommer 1817 wuchs wie durch ein Wunder aus dem nur spärlich vorhandenen Saatgut eine reiche Ernte heran, und die Fürther Bevölkerung konnte nach sehr entbehrungsreichen Jahren wieder aufatmen. Spontan feierten die Fürtherinnen und Fürther dieses freudige Ereignis mit einem Erntedankfestzug. Ein reich geschmückter, hoch aufgeladener Erntewagen zog zur Kirchweih durch die Stadt und alle, die ihn begleiteten, waren glücklich und erleichtert.

Weblinks

http://www.michaelis-kirchweih.de/
http://www.fuerth.de/kirchweih

Literatur

  • Schwammberger, Adolf: Die Fürther Kirchweih. Fürth 1972.

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Diese Seite wurde zuletzt am 29. April 2009 um 08:16 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 3.257-mal abgerufen (to Cache).
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