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Redoute
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Eine Redoute war laut "Conversations-Lexikon oder encyclopädischem Conversations Handwörterbuch für gebildete Stände von 1818" ein mit Spielen und anderen Vergnügungen verbundener Maskenball. Man trug zur normalen Ballkleidung eine Gesichtsmaske und kein komplettes Faschingskostüm. Im 18. Jahrhundert gab es vor allem in München und Wien zum Zeitvertreib des Bürgertums Redoutenhäuser, in denen aufwändige Tanzveranstaltungen mit Redoutentänzen veranstaltet wurden. Redouten in der Faschingszeit erfreuen sich heute neuer Beliebtheit.

Ablauf

Varianten

Den importierten Faschingssitzungen und Prunkbällen überdrüssig und gelangweilt von den gleichförmigen, eintönigen Faschingsbällen landauf landab, haben sich einige Trachtenvereine zu einer Renaissance der "Redoute" entschlossen.

Verschiedene Orchester wie z. B. das Hürbener Ballorchester aus Krumbach oder das Orchester Karl Edelmann haben ihr Repertoire dahingehend gestaltet, dass sie die Waschweiber, Sherlock Holmes, Generäle, Biedermeierdamen usw. zum Tanze bitten. Höhepunkt einst und jetzt ist der Ruf: "Auf geht`s zur Francaise!".

Image:Redoute1.jpg  Image:Redoute2.jpg  Image:Redoute3.jpg

Die Fotos wurden von Margaretha Schweiger-Wilhelm bei der Redoute am 15.02.2003 im "Waitzinger" in Miesbach, veranstaltet vom Trachtenverein Miesbach, aufgenommen.

Hintergrund-Infos

Geschichte

Der Ursprung der Redouten liegt in Venedig. Mit "ridotto" bezeichnete man dort öffentliche Lokale, in denen während des Carnevals sonst verbotene Glücksspiele erlaubt waren. Die dortigen Hausregeln ließen nur Personen von adeliger Geburt oder maskierte Gäste zu. In Venedig konnte man Masken überall für wenig Geld kaufen und so versammelten sich im "ridotto" sämtliche Gesellschaftsschichten.

Vermutlich hat Kurfürst Max Emanuel die "ridotti" bei einem seiner Aufenthalte in Venedig kennen gelernt und sie als "Maskierte Akademien" mit zurück nach München gebracht. Im Redoutensaal in der Prannerstraße wurden bei den Veranstaltungen während der Faschingszeit großartige Feste mit Pantomimen, Singspielen oder kleinen Solokonzerten dargeboten. Der Ballsaal wurde zur Bühne und stand im krassen Gegensatz zum Straßenfasching der Handwerker und Kleinbürger am Faschingsdienstag. Besonders beliebt war bei den Redouten die "Münchener Francaise".

Literatur:

  • Laturell, Volker D.: Volkskultur in München. München 1997.
  • Wolf, Helga Maria: Das neue Brauchbuch. Wien 2000.
  • Aiblinger, Simon: Vom echten bayerischen Leben. München 1980.

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