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Rote Eier
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Mit der "Kirm" (einem Korb) um rote Eier zu gehen, war bei Burschen in Stadt und Landkreis Pfaffenhofen in den 1960er Jahren ein Osterbrauch.

Ablauf

Am Ostersonntag oder -montag sind Burschen, oder besser gesagt junge Männer, herumgegangen und haben bei den gleichaltrigen Mädchen rot gefärbte, gekochte Eier erbettelt. Normalerweise waren die unverheirateten, ortsansässigen Burschen unterwegs. Hin und wieder waren aber auch Verheiratete aus Spaß am Ganzen dabei. Sie haben vor der Haustüre eines Mädchens Lärm gemacht, um auf sich aufmerksam zu machen. Klingeln hat es an den Häusern ja noch nicht gegeben. Das aufgesuchte Mädchen hat ein rotes Ei hergegeben oder auch nicht. War ein Bursche besonders dreist (und das Mädchen auch), hat sie ihm ein gefärbtes rohes Ei gegeben, damit er sich beim Aufschlagen ärgerte. Am Schluß haben die Burschen die roten Eier gezählt. Wer am meisten hatte, galt als besonders beliebt. Und bei genau dem Mädchen, das ihm ein rotes Ei gegeben hat, hat sich der Betreffende dann Chancen auf eine Beziehung ausgerechnet. Gingen zwei schon fest miteinander, hat das Mädchen dem Burschen von sich aus sowieso ein rotes Ei geschenkt.

Gewährspersonen

Erzählt von einem Bekannten, der aus Pfaffenhofen stammt und heute Mitte 60 ist. Einige seiner Altersgenossen haben den Brauch ausgeübt, er selber nicht, weil er so mit 19 Jahren schon eine feste Freundin hatte. Die stammte nicht aus der Stadt, sondern aus einem anderen Ort im Landkreis. Von ihr hat er kein rotes Ei bekommen. Eine Frau seines Alters, die aus Pörnbach kommt, hatte in ihrer Jugend einen festen Freund aus diesem Ort. Sie hat ihm selbstverständlich ein rotes Ei geschenkt, so wie es ihre Mutter in ihrer Jugend früher auch schon gemacht hatte.


Varianten

In Schrobenhausen haben die Burschen die Eier durchs Fenster gereicht bekommen. Verschenkt hat man grundsätzlich rote Eier. Gefärbt waren sie mit roten Rüben, Preiselbeeren oder Karottensaft. 

Hintergrund-Infos

Die christlichen Ostereier symbolisieren das neue Leben, das die Eierschale immer wieder durchbricht, wie Jesus Christus Tod und Grab mit der Auferstehung überwand. Eine besondere Rolle spielen dabei rote Eier. Die rote Farbe verweist auf den lebendigen, auferstandenen Christus und das durch ihn vergossene Blut. Rot gilt auch als die Farbe des Lebens und der Liebe.

Literatur:

  • Moser, Dietz-Rüdiger: Bräuche und Feste durch das ganze Jahr. Freiburg 2002.
  • Baum, Karl: Altbayerische Bräuche und Feste. Schrobenhausen 2008.

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Diese Seite wurde zuletzt am 27. April 2009 um 19:20 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 3.701-mal abgerufen (to Cache).
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