Als Einheimische vom westl. Lkr Augsburg ist mir der Brauch mit dem Maiele-Stellen bekannt. Schreibt man das tatsächlich als "Maierle". Mir ist es in Wort und Schrift nur als "Maiele" geläufig, da es ja von Mai kommt und davon die Verkleinerung, es hat doch nichts mit "Maier" zu tun.
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Mfg Elisabeth Engelhart gestellt am 30.4.12 14:30
Diese kritische Anmerkung ist selbstverständlich berechtigt, herzlichen Dank für den Hinweis. Die korrekte Schreibung von Dialektwörtern ist grundsätzlich zwar immer schwierig, im vorliegenden Fall aber ist die Form "Maiele" zweifellos besser als "Maierle". Wir werden unseren Artikel umgehend verbessern. (gestellt am 7.5.12 16:39)
kann mir jemand den brauch bzw. hintergrund [sinn] des "wasservögelsingens" erklären? hauptsächlich im bayer.wald [grafenauer gegend] beheimatet. gestellt am 27.4.12 22:41
Das Wasservogelsingen gehört zu den ehemaligen Hirten(buben)bräuchen, in denen sich das vormoderne ländlich-bäuerliche Wirtschaftsystem mit seinen Rechten und Organisationsformen konkret niederschlug: Sie zogen beim ersten Viehtrieb nach der Winterpause an den Pfingsttagen auch durch die Dörfer und vor die Grundherrschaften, um ihr Pfingstrecht einzufordern und von den Weiderechtsgenossen eine Tributleistung für ihre Tätigkeit einzutreiben. Daraus wurde bereits ab dem 16. Jahrhundert mehr und mehr ein Heischebrauch, den schließlich die Dorfjugend als Umzugsbrauch mit diversen Kostümierungen und Schmuckelementen, fallweise auch mit Peitschenknall oder Musikbegleitung anreicherte. In dieser Tradition stehen auch die Umzüge des Pfingstl, des Pfingstschwanzes, des Santrigl und des Wasservogelsingens, die früher über weite Teile des deutschen Sprachraumes verbreitet waren. Der Name und die Gestaltung des Wasservogelsingens nehmen dabei direkten Bezug zu christlichen Glaubensinhalten und Praktiken: Die Kirche feiert an Pfingsten die Ausgießung des heiligen Geistes in die Seelen der Gläubigen. Dieser abstrakte Vorgang wurde vor allem im 16. und 17. Jahrhundert (dem Zeitalter der Gegenreformation) durch den Einsatz von Wasser und eine Vogelsgestalt (Taube) veranschaulicht. Von Traditionslinien zu vorchristlichem Fruchtbarkeitskult und Dämonenzauber ist mit Sicherheit nicht auszugehen. (gestellt am 15.5.12 10:20)
was hat es mit dem Emmausgang am Ostermontag auf sich? gestellt am 9.4.12 15:40
Als Emmausgang wird ein Gang bzw. eine Wanderung am Ostermontag bezeichnet, der/die - begleitet von christlichen Liedern und Gebeten - durch die Natur oder zu einer Kirche führt. Dieser Brauch ist insbesondere in katholischen Gebieten (z.B. Bayern, Rheinland, Österreich) verbreitet. Er erinnert an den im Lukasevangelium (24, 13-29)berichteten Gang der Jünger Jesu von Jerusalem nach Emmaus, bei dem ihnen der auferstandene Christus begegnete. (gestellt am 11.4.12 16:56)
Hallo Dr. Brauch,
gibt es im Internet auch noch andere Webseiten, die das Thema Brauch seriös aufgreifen?
Vielen Dank für die interessanten Informationen! gestellt am 2.3.12 15:49
Selbstverständlich gibt es weitere seriöse Webseiten zu Bräuchen, die jedoch alle - im Gegensatz zum brauchwiki - nicht interaktiv, sondern reine Datenbanken sind. Zu empfehlen sind beispielsweise die von der Universität Freiburg unter dem Namen Folklore Europaea eingerichteten Seiten zu Festen, Bräuchen und Traditionen in Europa (http://folklore-europaea.uni-freiburg.de), die Brauchseiten des Instituts für Geschichte und Ethnologie der Universität Innsbruck (http://www.uibk.ac.at/geschichte-ethnologie/medien/festebrauch.html) oder - speziell zu religiösen Bräuchen - die Seiten des Theologen und Medienwissenschaftlers Prof. Dr. Manfred Becker-Huberti (http://www.becker-huberti.de). Daneben gibt es eine Fülle an weiteren allgemeinen Portalen (z.B. http://www.brauchtumsseiten.de oder http://www.brauchtum.de) und regionalen Seiten zu Bräuchen (z.B. von Heimat- und Trachtenvereinen) von unterschiedlichem inhaltlichen Niveau. Einige von ihnen sind aufgelistet unter http://www.helmut-zenz.de/traint2.html (gestellt am 2.3.12 15:50)