Wallensteinsommer in MemmingenAchtung: Diese Version des Artikels war noch nicht in der brauchwiki-Redaktion. Es gibt jedoch bereits eine ältere geprüfte Version.
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Zoom mit MausradAlle vier Jahre findet in Memmingen der Wallensteinsommer statt. Das Historienfestspiel wird zum Gedenken an den Aufenthalt des kaiserlichen Felderrn Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein (genannt Wallenstein) in dieser Stadt im Jahr 1630 veranstaltet. Das nächste findet 2012 statt.
Ablauf
Ende Juli bis Anfang August 2008 stellten die Memminger den Aufenthalt Walltensteins in ihrer Stadt dar. Die Veranstaltung wird seit 1980 vom dortigen Fischertagsverein abgehalten, der auch für den Memminger_Fischertag verantwortlich ist.
An zwei Sonntagen wird dem Publikum der Aus- und Einzug Wallensteins mit hochwohlgeborenen Gästen aber auch Verwundeten mit großem Aufwand an Mitwirkenden samt Pfernden, Kutschen und Kanonen vorgeführt. Zum "Wallensteinsommer" gehören daneben historische Theaterstücke, Lagerleben und Reiterspiele an der alten Memminger Stadtmauer. Als Höhepunkt des Festes gilt der „Tanz auf dem Kopfstein“ mit einem Fackelzug.
Die Internetseite des Verlages der Zeitschirft G-Geschichte brachte dazu Zahlen: "Circa 4500 Bürger aller Stände und jeden Alters spielen ihre eigene Geschichte. Mehr als 300 Pferde ziehen teilweise vergoldete Kutschen, Marketenderwägen und Kanonen. Um die dreißig Handwerker werden mit teilweise noch originalen Werkzeugen ihre Berufe ausüben."
Hintergrund-Infos
Wallenstein-Feste
Das Leben Wallensteins ist nicht nur in Memmingen ein Thema. In Altdorf bei Nürnberg finden bereits seit 1894 alle drei Jahre Wallensteinfestspiele statt und in Stralsund gelten die Wallensteintage jedes Jahr sogar als größtes Volksfest von Norddeutschland.
Zu Wallensteins Leben
Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein (kurz: Wallenstein) wurde am 24. September 1538 in Nordböhmen als Sohn von Wilhelm von Waldstein und der Baronesse Margareta von Smirícký geboren. Er entstammte somit dem alten böhmischen Adelsgeschlecht der Grafen von Waldstein und Herren von Wartenberg. Der junge Albrecht besuchte zunächst eine Schule in Goldberg und Altdorf, trat dann aber bereits 1604 in den Dienst der Habsburger Monarchie. Im Jahr 1609 heiratete er die Witwe Lukretia Nikessin von Landek, eine der reichsten Frauen Mährens. Als Lukretia vier Jahre später starb, erbte Wallenstein allein jegliche Besitztümer seiner Frau. Sein erstes eigenes Kommando übernahm er 1621. Aufgrund des militärischen Erfolges bekam er vom Habsburger Kaiser Ferdinand II. mehrere Ländereien. Zeitweilen gehörte Wallenstein sogar mehr als ein Viertel von ganz Böhmen.
Den Höhepunkt seiner Macht erlebte der Feldherr 1627, als er mit seinen Truppen den dänischen König Christian IV. vertrieb. Aufgrund seiner Erfolge hatte Wallenstein viele Konkurrenten und Neider. Dies ging soweit, dass 1630 die Jesuiten zusammen mit Maximilian von Bayern und den deutschen Fürsten bei Kaiser Ferdinand II. die Absetzung Wallensteins erzwangen. Jedoch nur zwei Jahre später rief der Kaiser Wallenstein zurück, um gegen die Schweden zu kämpfen. Aus der Schlacht ging der Feldherr erfolgreich hervor, er schlug den Schwedenkönig Gustav II. Adolf.Die Neider Wallensteins ließen allerdings keine Ruhe, und so hetzten sie wieder vor dem Kaiser gegen Albrecht. Sie erreichten schließlich eine kaiserliche Verkündigung am 23. Februar 1634, in der Ferdinand II. Wallenstein Verschwörung mit den Schweden vorwarf und deshalb befahl, ihn lebend oder tot zu fangen. Am Abend des 25. Februar 1634 wurden die engsten Vertrauten Wallensteins vom Stadtkommandanten, der in das Mordkomplott eingeweiht war, zu einer Festtafel eingeladen. Wallenstein blieb währenddessen zurück im Haus des Stadtkommandanten. Dort wurde er schließlich vom irischen Hauptmann Devereux erstochen.
Seit 1782 befinden sich die sterblichen Überreste Wallensteins in der St.-Anna- Kapelle in Münchengrätz. Der Feldherr gilt heute noch als einer der wichtigsten Männer im Europa des 17. Jahrhunderts und Heerführer während des 30- jährigen Krieges.
Wallenstein als historische Figur
Die Figur des Wallenstein spielte während der letzten Jahrhunderte immer wieder ein Rolle in Literatur und Poesie. Bereits kurz nach der Ermordung Wallensteins verfassten Zeitgenossen Gedichte, Flugschriften und sogar Theaterstücke über den Feldherrn. Viele davon sind verloren gegangen.
Am bekannteste Bühnenstück dürfte wohl die Dramen-Trilogie von Friedrich Schiller sein, die er 1799 vollendet hat. Dort beschreibt er in "Wallensteins Lager", "Die Piccolomini" (die beiden ersten Teile fasste er zu Wallenstein I zusammen) und "Wallensteins Tod" (Wallenstein II) das Leben des Generalissimus, wobei er sich sehr nah an den realen historischen Begebenheiten orientierte. Die bekannte Namensform "Wallenstein" hat ebenfalls Friedrich Schiller geprägt. Der Feldherr hieß ja eigentlich Waldstein, obwohl auch dieser schon gelegentlich mit Wallenstein unterschrieb haben soll und von seinen Zeitgenossen als "Wallensteiner" bezeichnet wurde.
Auch von Alfred Döblin erschien 1920 ein expressionistischer Roman mit dem Titel "Wallenstein". Jedoch steht darin nicht Wallensteins Pseron im Mittelpunkt des Geschehens. Er wird nur am Rande erwähnt. Es geht im Buch vielmehr um Kaiser Fedinand II.
Weblinks
Reihe ZDF-Expedition über Wallenstein
Eintrag über Wallenstein in der "Allgemeinen Deutschen Biographie" aus dem Jahr 1900
http://www.g-geschichte.de/News-Ubergreifende-Themen/Wallenstein-Sommer-in-Memmingen.html
Literatur
- Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg 2000.
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Diese Seite wurde zuletzt am 28. April 2009 um 07:08 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 2.055-mal abgerufen (to Cache).
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